METROSTATION

CS Rotterdam

Als Teil der Erweiterung des öffentlichen Personennahverkehrs zwischen den Städten Rotterdam, Den Haag und Zoetermeer wird die Metrostation Rotterdam Centraal neu organisiert und umgebaut. Dazu muss um die Station eine wasserdichte Baugrube im Wesentlichen mittels einer Schlitzwandumschließung erstellt werden, die circa 38 m in den Untergrund einbindet. Die Baumaßnahme erfolgt bei laufendem U-Bahn- und Straßenbahnbetrieb auf dem Bahnhofsvorplatz. Im Durchdringungsbereich der bestehenden Tunnelröhre zur Baugrube ist das Erstellen der dichten Baugrube unter anderem wegen Baugrundhindernissen nur mit einer Bodenvereisung möglich. Grundwasserströmungen von bis zu 4 m/Tag im pleistozänen Sand erfordern die selten eingesetzte Kombination des Stickstoff- und des Solegefrierverfahrens.
Unter gleichzeitigem Einsatz von flüssigem Stickstoff und Sole wurde innerhalb von zwei Monaten ein geschlossener Frostkörper erstellt. Während der Aufgefrierzeit betrug der stündliche Durchsatz von flüssigem Stickstoff bis zu 8.000 kg. Ein aufwendiges Rohrleitungssystem versorgte die 51 Stickstoffund 52 Solegefrierrohre mit den beiden Kälteträgern. Im Untergrund wurde so ein bogenförmiger Frostkörper mit circa 50 m Länge, 38 m Tiefe und bis zu 5 m Dicke erzeugt. Zum Unterhalt für einen Zeitraum von etwa neun Monaten wird nur die Kaskadekälteanlage mit einer Kälteleistung von 275 kW betrieben. Die Stickstoffanlage dient während dieser Zeit als Back-up-System. Ein umfangreiches Temperaturmonitoring mit 500 Einzeltemperaturfühlern überwacht und registriert alle Bauzustände in und in der direkten Umgebung der Eiswand.
Der Leistungsumfang der zwischen Dezember 2006 und Oktober 2008 andauernden Bauarbeiten beinhaltet:
  • die Bohrarbeiten für die Gefrierrohre innerhalb des Metro-Tunnels
  • den Auf- und Abbau der Sole und Stickstoffleitungen mit Vor- und Rücklauf
  • Aufbau und Steuerung des Kälteaggregats mit Pumpstation
  • Auf- und Abbau sowie Kontrolle der Mess- und Regelungstechnik (u. a. ca. 650 Mess- und Kontrollkanäle)
  • Betreuung der Vereisungsanlage während der gesamten Bauzeit